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Manifest für mehr Toleranz und warum vegan?

Bitte tut alle, was auch immer euch glücklich macht

Wie schon im letzten Beitrag anklang, ernähren sich die Menschen sehr unterschiedlich. Ob nun vegan, vegetarisch, glutenfrei oder flexitarisch – die eigene Ernährungsweise ist eine sehr persönliche Entscheidung. Jeder hat seine individuellen Beweggründe, die ihn dazu bringen sich für den einen oder anderen Lebensstil zu entscheiden. Daher finde ich es wichtig, sich nicht gegenseitig dafür zu verurteilen, wie man sich entscheidet, zu leben. Toleranz ist eine Tugend 🙂

Ich habe mich entschieden vegan (herrschen noch Unklarheiten bei dem Begriff? dann schau nochmal hier) zu leben. Zu den Gründen dafür kommen wir gleich. Das ist aber meine persönliche Entscheidung für mein persönliches Leben und mir ist absolut klar, dass das nicht für jeden was wäre. Genauso wie ich mir Toleranz und Akzeptanz von meinem Umfeld wünsche, versuche ich, andere Leute nicht dafür zu kritisieren, wie sie leben. Wenn jemand neben mir einen Burger bestellt, soll er nicht das Gefühl haben, fragen zu müssen, ob es jetzt ok für mich ist, dass er Fleisch isst. Natürlich ist das ok, solange es für die Person selbst ok ist und es ihr moralisch und körperlich gut damit geht!

Bis vor ein paar Jahren habe ich selber noch Fleisch gegessen. Seitdem habe ich mich viel mit dem Thema beschäftigt und für mich erkannt, dass ich das nicht länger möchte. Trotzdem ist mir bewusst, dass das nicht alle Menschen gemacht haben und daher auch nicht alle die gleiche Erkenntnis hatten, wie ich. Jede/r von uns geht seinen eigenen Weg und das macht das Leben ja auch so spannend.

Natürlich bin ich trotzdem der Meinung, dass eine vegane Ernährung wahnsinnig viele Vorteile hat – sonst gäbe es ja diesen Blog nicht 🙂 Falls du dich für eine vegane Ernährung interessierst, stelle ich hier ausführliche Informationen bereit, wie man nachhaltig und gesund vegan leben kann. Aber bitte fühl dich nie zu irgendwas gedrängt oder überredet! Leb in Balance, mach regelmäßig Sport und halte dich an die Tipps für eine gesunde Ernährung, dann steht deinem fitten und glücklichen Leben nichts im Weg! Und das ist doch das allerwichtigste!

Ich bin lieber vegan und das ist auch gut so

Vor etwa 2 Jahren hab ich mich quasi über Nacht entschieden vegan zu werden (vorher war ich Alles-Esser). Das war zwar etwas überstürzt und recht ungeplant, aber ich betrachte diesen Schritt bis heute als eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Ich bin bis heute wahnsinnig glücklich damit, weil es mir seither super gut geht und ich nichts als Positivität daraus gewonnen habe.

Vegan werden war ein sehr wichtiger Schritt auf meinem Weg mich mehr um mich selbst zu kümmern und auszuprobieren, was mir guttut. Vegan leben ist außerdem eine großartige Möglichkeit sich bewusster mit seinem Konsum und dem persönlichen ökologischen Fußabdruck, den wir auf diesem wundervollen Planeten hinterlassen, auseinander zu setzen. Man beginnt umzudenken und zu hinterfragen, was “normal” eigentlich für einen persönlich bedeutet. Und all diese neuen Gedanken haben mein Leben enorm bereichert.

Bist du nicht mehr ganz normal?

In unserer westlichen Kultur gehören tierische Produkte zum Alltag. Es mag „normal“ erscheinen, tierische Produkte zu konsumieren, wenn dies im eigenen Kulturkreis toleriert und praktiziert wird. Normalität liegt jedoch – genau wie Schönheit – immer im Auge des Betrachters. In anderen Teilen der Welt gilt möglicherweise eine ganz andere Normalität? Zum Beispiel ist der Verzehr von Fleisch in einigen Strömungen des Buddhismus und Hinduismus nicht an der Tagesordnung. In anderen Teilen der Welt isst man dafür Hunde. Hm… und was ist jetzt normal? Nun, das kannst du ganz für dich selbst definieren!

Ich persönlich glaube, dass viele Menschen intuitiv spüren, dass ihnen ihre Wurst oder Eier gleich viel weniger gut schmecken würden, wenn sie genau wüssten, unter welchen Bedingungen sie produziert wurde(n). Viele von uns ahnen, dass etwas mit der Massentierhaltung und der Art, wie wir Tiere behandeln, nicht stimmt. Aber wir lassen diesen Gedanken nicht wirklich zu, weil Fleischessen nun einmal „normal“ ist. Das hat man schließlich schon immer so gemacht, was gibt’s da groß zu diskutieren?

Mitdenken, umdenken, selber denken

Und dann vor circa 2 Jahren hab ich eines Tages beschlossen, mich mal tatsächlich mit dem Gedanken auseinander zu setzen. Mich zu fragen – unabhängig davon ob es vermeintlich „normal“ ist oder nicht – ob ich gut finde, was in der Massentierhaltung passiert? Ob ich die Person sein möchte, die für tierische Produkte Geld ausgibt und so die Maschinerie der Massentierhaltung mit am Laufen hält? Meine persönliche Antwort war “nein”.

Tiere fühlen Schmerz und Angst, so wie wir Menschen auch. Produkte wie Fleisch oder Milch werden hauptsächlich unter industriellen Bedingungen produziert, bei denen Tieren Gefühle wie Schmerz und Angst täglich zugefügt werden. Wenn wir als Konsumenten tierische Produkte kaufen, sind wir unmittelbar an Schmerz und Angst der Tiere beteiligt. Ich habe daher beschlossen, dass ich nicht länger für das Leid von Kühen verantwortlich sein möchte, nur damit ich dann ein Stück Käse essen kann. Das steht für mich nicht mehr im Verhältnis.

Blick der Tatsache ins Auge

Erstaunlicherweise könnten viele Menschen nicht mal dabei zusehen, wie ein Schwein erlegt wird (geschweige denn es selber tun), haben aber kein Problem damit, Schweinerippchen zu kaufen. Das finde ich paradox. Die Tatsache, dass der Prozess des Tötens an jemand anderen abgegeben wird, macht doch die Sache nicht erträglicher? Das Tier leidet trotzdem, auch wenn wir selbst nicht dabei sind. Und dennoch stellen viele Leute diese Verbindung nicht her, sondern leben lieber nach der Devise „was ich nicht sehe, existiert nicht“. Meine Entscheidung für eine vegane Lebensweise war daher gleichbedeutend mit der Entscheidung nicht länger die Augen davor zu verschließen, wofür ich mitverantwortlich bin, sondern Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen.

Zugewinn an Positivität und Glück

Ich finde es sehr befreiend, nicht mehr Teil der Maschinerie von Tierquälerei und –ausbeutung zu sein. Eine vegane Ernährung ist eine großartige Möglichkeit jeden Tag ein wenig Leid auf der Welt zu verhindern. Es ist zwar nicht immer bequemer, aber jeden Tag im Einklang mit meinen persönlichen Werten. Und das ist ein tolles Gefühl. Ich kann dich daher nur dazu ermutigen, dir die Frage zu stellen, was für ein Mensch du (nicht) sein willst. Informier dich und sei dir über die Konsequenzen deines Handelns bewusst. Wenn du beginnst, die Verantwortung für deine Entscheidungen zu übernehmen, dann werden wunderbare Dinge passieren.

Eine vegane Ernährung ist außerdem die beste Art und Weise umweltfreundlich und gesund zu essen! Seitdem ich mich vegan ernähre, habe ich mehr Energie, bin glücklicher, fitter, schlafe besser und sehen um Längen besser aus als noch vor ein paar Jahren 🙂 Ich habe außerdem so viel Positivität gewonnen, dass ich verliebter in die Natur, Tiere und Menschen und das Leben bin, als jemals zuvor.

Ich kann dich also nur ermutigen, es auszuprobieren – für eine Mahlzeit, einen Monat oder ein Leben.

Ging’s dich vielleicht ähnlich wie mir? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar! 🙂 Danke.

 

Weitere spannende Infos über die Massentierhaltung und den kulturellen Aspekt von Fleischkonsum gibt’s im lehrreichen, aber aufwühlenden Buch Tiere Essen von Jonathan Safran Foer.

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